Führerwechsel in Rom

Wo »Papst« draufsteht ist Dogma drin.

(12.02.2013)

 

Wenn’s am schönsten ist, sollte man gehen. Ob es so schön war, nun das darf jedermensch für sich entscheiden. Mir persönlich ist das »so egal wie dem Papst seine Eier« um mal dieses Sprichwort aus meiner Heimat zu gebrauchen.

 

Dennoch gibt es 2 Themen, die mir im Kopf kreisen:

Die Führungskrise

Egal ob es die vorschriftgemäß eigene Entscheidung von Prof. Ratzinger war, das Szepter der Macht aus der Hand zu geben, bevor er das Ruder gar nicht mehr in Händen halten kann, sondern auch ein wenig »Beratung« von Anderen: Für einen Nachfolger bleiben 3 große Aufgaben.

Die römisch-katholische Kirche hat eine Krise, und zwar die innere Krise der Zersplitterung, Zielverwirrung und Gehorsamsverweigerung. Sie braucht einen Putin, der (1) die starken Kräfte von außen (z.B. Opus Dei, ...) auf ein Ziel bündeln kann, (2) den Weg der Besinnung auf die Wurzeln, von seinen Vorgängern begonnen, klar fortführt und (3) die Aufmüpfigen im Klerus zur Räson bringt oder entsorgt.

Gewiss wird sich die Papst AG dabei gesundschrumpfen, aber mit stabilen Marktanteilen. Die Fusion mit Pius-Brüdern und anderen Radikalinskis der reinen Lehre sind dabei durchaus gewinnbringende Marktbereinigungen.

Insoweit muss es ein jüngerer Nachfolger werden um den gnadenfreien Kampf gegen Bremser, Abweichler und Spalter aufzunehmen und immer klar zu machen: Hier ist ein Mann der eisernen Faust, keine Memme des fruchtlosen Geschwätzes. Ein knallharten Manager, der nicht nur die Ärmel hochkrempelt, sondern auch Köpfe rollen lässt.

Aber lassen wir doch die Figur des Menschenfischers persönlich sprechen:

»Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.«

»Ich bin nicht gekommen den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.«

Fazit: Prof. Ratzinger hat im Grunde genommen alles richtig gemacht, nur nicht konsequent genug.

Die Mitgliederkrise

Ich sehe keine Mitgliederkrise. Es mag eine Krise der Mitglieder geben, aber keine Krise an Mitgliedern.

Es geht um die Schärfung des Profils, die klare Ausrichtung auf das Kerngeschäft und die Klärung von Wackelkunden. Da kann man nicht nur, da muss man gut und gerne auf Taufscheinchristen verzichten, die bremsen und mosern, aber nicht mitrudern.

Den frustrierten Schäfchen in ihren Selbsthilfetreffs »Wir sind Kirche« und »Kirche von unten« haben immer noch - wie fast die gesamte Restgesellschaft - etwas nicht verstanden:

Wo Papst drauf steht, ist Dogma drin.

Lasst die Weicheier-Katholiken sich doch in Talkshows in ihrem planlosen Entsetzen suhlen - »katholisch« ist ein unveränderliches Produkt - Sic est! Was ist daran SO schwer zu begreifen? Die römisch-katholische Kirche ist eine »Kirche von oben«, kein Aldi, Kaufhof oder dm-Markt mit Kundenorientierung, also dem »Arbeiten am Markt«.

»Katholisch« ist GENAU SO wie Rom es sagt und NIE ANDERS.

Meine Empfehlung für den Laien-Gläubigen

»Trauen Sie keinem Plakat, informieren Sie sich!« Werden sie ein aufgeklärter Gläubiger, der genau weiss, was sich hinter den Etiketten "katholisch", "protestantisch", "lutherisch", "mixolydisch-orthogonal" oder gar "diskordianisch" so verbirgt und entscheiden Sie selbst.

Auf dem Markt der Weltanschauungen gibt es eine prallbunte Vielfalt und sie dürfen wählen! In der Religion geht es um das Verhältnis des Menschen zu seinen Mitmenschen. Die Götter, die nicht alle Religionen brauchen, sind nur ein Mittel zum Zweck, so wie der »Schwarze Mann« um die Kinder in die Furche zu zwingen.

Zwischen dem letzten Überbleibsel von Diktatur und Absolutismus in der freien, westlichen Welt - dem Vatikan - über Freikirchen, Freireligiösen und informellen Gesprächstkreisen gibt es einen unglaublichen Blumenstrauß an Gemeinden in denen sie eine Heimat finden dürfen. Es geht doch um ihren Seelenfrieden im Diesseits.

Ein Hinweis zum Schluss: Die EKD versteht sich mit Volkspriestertum und der Regel »sola scriptura« durchaus als eine »Kirche von unten« und ein arg buntes Sammelbecken verschiedenster Strömungen ganz im Sinne von »unter dem Dach des Herrn ist viel Platz«, dennoch der Hinweis: Da ist »Luther« drin.

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Wenn es Ihnen aber um Rituale zu Wendepunkten im Leben geht, wie Geburt und Namensgebung, Übertritt ins Erwachsenenleben, Heirat, Scheidung oder Tod, dann können Sie sich auch gerne an die religionsfreien Alternativen wenden, wie z.B. den Humanistischen Verband: http://www.humanismus.de